Situations- und aktivitätenorientierte Therapie schwerer und mittelschwerer Aphasien

Preis
360,00 €
Fachbereiche
Neurologie
Zielgruppen
Ergotherapie
Logopädie
Neuropsychologie
ReferentInnen
Lehrgangs-Nr.
L27019
Termin
23.04.2027 - 24.04.2027
Kursort
FBZ
Fortbildungspunkte: 14
19 freie Plätze
max. Teilnehmerzahl 20
Anmeldeschluss: 02.04.2027 12:00
Kurszeiten
Fr, 23.04.2027 09:00 - 16:30
Sa, 24.04.2027 09:00 - 14:30
Menschen mit schweren und mittelschweren aphasischen Störungen sind in ihrem kommunikativen Handeln und ihrer Teilhabe am sozialen Leben meist stark eingeschränkt. In Hinsicht darauf sollte das therapeutische Geschehen auch darauf ausgerichtet sein, dass die Betroffenen elementare kommunikative Aktivitäten im Alltag erfolgreich durchführen können. Dieses Ziel steht im Fokus der Fortbildung. Methodische Grundlage des Seminars ist der aktivitätenorientierte Ansatz der Aphasietherapie, dieser setzt die Aktivitäten- und Teilhabeziele der ICF konsequent didaktisch um. Eine Übungssequenz besteht aus situationseingebetteten sprachlichen Funktionsübungen und sich anschließenden kommunikativen Aktivitätenübungen; besonderes Augenmerk gilt der Nutzbarmachung von kommunikativen Ressourcen.
Im theoretischen Teil der Fortbildung werden die für ein begründetes therapeutisches Handeln notwendigen neurolinguistischen, –physiologischen, –psychologischen und sprachdidaktisch-methodischen Grundlagen erörtert. Ebenso kommen wissenschaftlich nachgewiesene Wirksamkeitsprinizipien für die Aphasietherapie zur Sprache. Im praktischen Teil lernen die Teilnehmenden ein auf den theoretischen Grundlagen basierendes begründetes Übungsgeschehen kennen und erfahren, welche Übungen speziell für die Therapie schwerer und mittelschwerer Aphasien mit den jeweiligen sprachlichen und neuropsychologischen Einschränkungen der Betroffenen zur Auswahl stehen. Im Anschluss daran können die Seminarteilnehmenden in Teamarbeit selbst Didaktisierungen vornehmen. Die Fortbildung richtet sich an Logopäd:innen, Sprachtherapeut:innen sowie an weitere Fachkräfte, die Menschen mit Aphasie in der Rehabilitation oder im ambulanten Bereich begleiten.

Fortbildungsinhalte/Themenschwerpunkte
  • Erarbeitung der kognitiven Grundlagen der Sprachverarbeitung und deren Störung bei mittelschweren und schweren Aphasien
  • Vorstellung des aktivitätenorientierten Therapieansatzes mit einem klar strukturierten Ablaufplan für die Therapie schwerer und mittelschwerer Aphasien
  • Auseinandersetzung mit den gedächtnispsychologischen Grundlagen der Situationseinbettung des Übungsgeschehens
  • Unterscheidung von situationsorientierten sprachassoziierten Übungen und kommunikativen Aktivitätenübungen
  • Nutzbarmachung kommunikativer Ressourcen in der Aphasietherapie
  • Kennenlernen der wissenschaftlich nachgewiesenen Wirksamkeitsprinzipien für die Aphasietherapie
  • Verknüpfung von theoretischem Grundlagenwissen und praxisbezogener Therapieplanung für ein begründetes therapeutisches Handeln
  • Operationalisierung der ICF-orientierten Teilhabe- und Aktivitätenziele

Dr. Ingrid Weng
Nach dem Studium der Slawistik und Germanistik mit Abschluss Promotion an der Universität Tübingen war Frau Dr. Weng erst als DAAD-Lektorin im Ausland tätig, dem folgte das Praktische Jahr "Linguistin im Praktikum“ an den Kliniken Schmieder in Allensbach; von 1994 bis 2020 war sie dort als Klinische Linguistin (BKL) angestellt. Seit 2021 ist sie in Unterricht und Forschung freiberuflich tätig. Bereits seit 1995 arbeitet Frau Dr. Weng als Dozentin in der LogopädInnenaus- und -weiterbildung und seit 1999 als (Co-) Autorin von Therapiematerialien und Fachliteratur zur Aphasietherapie.
ReferentIn
Dr. Ingrid WENG