Peripartale psychische Störungen
VON POSTPARTALER DEPRESSION ÜBER ANGST BIS ZWANG: ERKENNEN, VERSTEHEN UND PROFESSIONELL BEGLEITEN
Preis
108,00 €
Fachbereiche
Fachbereichsübergreifend
Mental Health
Gynäkologie
Psychatrie
Mental Health
Gynäkologie
Psychatrie
Zielgruppen
Arzt
DGKS
Hebamme
Pflegepersonal
Psychologen
DGKS
Hebamme
Pflegepersonal
Psychologen
ReferentInnen
Lehrgangs-Nr.
H26033
Termin
30.10.2026
Kursort
ONLINE
Lehreinheiten: 4
20 freie Plätze
max. Teilnehmerzahl 20
Anmeldeschluss: 30.10.2026 00:00
Peripartale psychische Störungen – von postpartaler Depression über Angst bis Zwang: Erkennen, verstehen und professionell begleiten
Seminarziel
Peripartale psychische Störungen sind häufig, vielgestaltig und eng verwoben mit unsichtbarer Belastung, gesellschaftlichen Erwartungen und inneren Konflikten rund um Mutterschaft. Neben biologischen Faktoren spielen Mental Load, tradierte Mutterideale und strukturelle Rahmenbedingungen eine zentrale Rolle – werden im medizinischen Alltag jedoch oft nicht explizit benannt. Diese Fortbildung unterstützt (Hebammen und Ärzt:innen) dabei, postpartale Erkrankungen frühzeitig zu erkennen, psychosoziale Belastungsfaktoren mitzudenken und Betroffene kompetent, entlastend und nicht wertend zu begleiten.
- Peripartale psychische Störungen: Überblick, Mechanismen und Vulnerabilität
- Begriffsabgrenzungen: Peripartal vs. postpartal; Depression vs. Angst vs. Zwang; Unterschiede zum Baby-Blues.
- Epidemiologie und Vulnerabilität sowie Bio-psycho-soziale Ursachen
- Klinische Relevanz: Warum psychische Störungen in der Peripartalzeit oft unterschätzt oder für „normale Sorge“ gehalten werden.
- Postpartale Depression verstehen – mehr als eine hormonelle Krise
- Abgrenzung: Babyblues – postpartale Depression – peripartale Depression – Psychose
- Zeitfenster und Verlaufsformen postpartaler Depression
- Biologische und psychologische Faktoren:
- Einführung in Mental Load und Mutterideale als zentrale Belastungsfaktoren
- Angst und Zwang im klinischen Alltag
- Symptome und Erkennen sowie Komorbiditäten
- Interdisziplinäre Handlungsstrategien
- Kommunikation und Gesprächsführung: Validierung ohne Bagatellisierung, Sprache und Haltung, Umgang mit belastenden Gedanken
- Behandlungsmöglichkeiten sowie Bedeutung von partnerschaftlicher und sozialer Unterstützung
- Krisenintervention: Einschätzung und Handlungsbedarf bei akuter Belastung, Suizidalität, schwere Zwangssymptomatik
- Stigma und Normalisierung: Belastungen enttabuisieren, häufige Vorbehalte und Barrieren reduzieren
Lernziele
Nach der Fortbildung können die Teilnehmenden:
- postpartale Depressionen sicher von normalen Anpassungsreaktionen unterscheiden,
- Mental Load und Mutterideale als relevante Belastungsfaktoren erkennen,
- Warnsignale frühzeitig wahrnehmen und hilfreiche Screening-Tools einsetzen
- typische „verdeckte“ Anzeichen für Angst/ Zwang, die nicht sofort als Pathologie erfassen
- sensibler im Umgang mit Erwartungen an Stillen, Bonding, „Funktionieren“ agieren
- Gespräche entlastend und nicht normierend führen,
- mit den facettenreichen Symptomatiken in Schwangeren- und Wochenbett-Settings sensibilisierter umgehen
- Behandlungsmöglichkeiten einschätzen und gezielt weitervermitteln,
- zur Entstigmatisierung psychischer Erkrankungen nach der Geburt beitragen.
Methodik
- Kurzvortrag mit theoretischer Fundierung
- Fallbeispiele und Praxisreflexion
- Interaktive Q&A-Session
- Literatur- und Ressourcenhinweise am Ende
Referentin
Miriam Aigner, MSc
Ernährungs- und Sportpsychologin, Gesundheitspsychologin, klinische Psychologin, mit Ausbildung in Motivierender Gesprächsführung (Motivational Interviewing) und langjähriger Erfahrung im Bereich Essverhalten, Prävention und psychische Gesundheit